MAPAWLO Gemälde Konrad Adenauer

MAPAWLO Gemälde Konrad Adenauer

Ich hatte bereits vor einigen Jahren darüber gesprochen, Konrad Adenauer zu malen. Ich weiß nicht warum ich es immer wieder verschoben hatte aber sicher spielt der richtige Zeitpunkt, der richtige Ort und die Anziehungskraft der Aufgabe eine wichtige Rolle. Mein Wunsch, meine Gedanken und meine Intuition wurden in Form eines 2 x 2 Meter großen Gemäldes zur Wirklichkeit.

Bei der Vorbesichtigung der Räumlichkeiten in denen meine künftige Arbeit zu sehen sein wird, wurde mir klar welche geschichtsträchtigen Aura dieses Gebäude besitzt. Der Konrad Adenauer Salon im Steigenberger Grand Hotel am Petersberg ist der Ort an dem internationale Konferenzen stattfinden und sich die Weltmächte treffen.

In dem repräsentativen Gebäude waren bereits fast alle Staatsoberhäupter und Regierungschefs, mit denen die Bundesregierung diplomatische Kontakte pflegt.

Normalerweise habe ich keine Angst vor Herausforderungen und das kreative Schaffen für besondere Räume ist mir vertraut, jedoch war bei dieser Aufgabe etwas anders. Ich hatte das Gefühl, Konrad Adenauer ist mir ganz nah und hat etwas mit meinem Leben zu tun. Seltsame Begegnungen eines verrückten Künstlers?

Seit jeher Stand der Petersberg im Mittelpunkt des Weltinteresses und mir wurde klar welche Bedeutung der Konrad Adenauer Salon für meine eigene Geschichte hat.

Egal wie lange mein Bild an diesen Ort verweilen wird und selbst wenn es nur für eine Minute diesen Platz beehrt, ist es für mich eine Ehre und eine Begegnung mit diesem großartigen Menschen!

Wie gehe ich mit dieser ehrfürchtigen Aufgabe um und würde Konrad Adenauer sich in meinem Bildnis selbst wieder finden? Würde ihm mein Gemälde gefallen und was sagt seine Familie dazu?

Der respektvolle Umgang mit diesem Thema erfordert Mut denn schließlich wollte ich meine künstlerische Freiheit nicht einschränken.

Konrad Adenauer war auch mutig! Plötzlich war er wieder ganz nah bei mir.

1949 unterzeichnete er als erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland das Petersberger Abkommen. Bei dem Treffen mit den Alliierten, war im Protokoll nicht vorgesehen, dass Konrad Adenauer den roten Teppich betritt, denn dieser sollte die Siegermächte von der deutschen Delegation trennen.

Der Bundeskanzler betrat wieder erwartend den roten Teppich, überwand durch seinen Mut die Distanz und ging auf die Alliierten zu. Er wollte nicht als Bittsteller sondern als ein Verhandlungspartner auf Augenhöhe gesehen werden.

Als ich in meinem Atelier den Keilrahmen zusammenbaute und die Leinwand aufspannte, Machte ich mir Gedanken darüber, wie Konrad Adenauer sich selbst sehen möchte. Was für ein Mensch war er, wie war sein Leben, sein Charakter und welche Wertvorstellungen hatte er.

Geschichtsbücher hin oder her, ich hatte bereits alles über ihn gelesen, doch das brachte mich nicht weiter. Ich musste mich auf mein Gefühl verlassen und stellte mir eine wichtige und wesentliche Frage:

Was hat er mit meinem Leben zu tun?

Könnte ich in Ruhe und in Frieden in meinem Atelier ein Bild malen, wenn es Menschen wie ihn damals nicht gegeben hätte? Menschen die damals für eine Zukunft in Frieden und demokratischen Werten gekämpft haben. Noch nicht vor langer Zeit haben Menschen ihr Leben gelassen um für Demokratie, Frieden und Freiheit zu kämpfen. Ich würde mir mehr und mehr bewusst, dass Freiheit keine Selbstverständlichkeit und das Thema aktueller denn je ist.

Für mich, der die Geschichte eigentlich nur aus den Geschichtsbüchern kennt, eine unvorstellbare Situation, dass es nur wenige Jahre her ist, als in Deutschland Krieg, Mord und Todschlag an der Tagesordnung war.

Ich malte und malte… und Konrad Adenauer schaute mich dabei an.

In meiner Vorstellung entstand ein charismatischer, exzentrischer und mutiger Mann der ganz sicher nicht bei allen Menschen beliebt war und für unsere Zukunft fundamentale Voraussetzungen schuf. Ich portraitierte einen Mann mit dessen Wertvorstellungen ich mich identifizieren kann.

Ich arbeitete an seinem Bildnis auf Augenhöhe, denn ich schmunzelte ihn genauso an wie er mich. Er schaute mich an und ich ihn. Ich hatte das Gefühl, dass er der Meinung ist, dass ich schon alles richtig mache. Er arbeitete praktisch ständig mit, an seinem Gemälde und ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass ich politisch werden muss.

Es war eher das Gefühl der Menschlichkeit und eine tiefe innere Verbundenheit mit dem Menschen der so sehr für Freiheit und Menschenrechte kämpfte.

Mein Bild ist trotz meiner inneren Zerrissenheit, von Anfang bis zur Fertigstellung mit großer Dankbarkeit entstanden und ich fühle mich geehrt dieses Werk auszustellen.

Einfach nur ein Bild malen wäre mir zu einfach und anspruchslos gewesen.

Ich wollte eine Verbindung zu Konrad Adenauer aufbauen und ich hatte das Gefühl, dass ich in dieser Aufgabe eintauchen kann.

Doch das war für mich noch nicht genug.

Was könnte ich nun tun um sein Erbe auf meine künstlerische Art weiter zu tragen?

Ein mir sehr verbundenes Zitat von Konrad Adenauer findet man in meinem Bild:

„ES KANN MICH DOCH NIEMAND HINDERN, JEDEN TAG KLÜGER ZU WERDEN“

Ich habe in meinem Bild geheime Botschaften versteckt. Auf dem ersten Blick sieht der Betrachter sie nicht aber sie sind immer da, gehören zu meinem Bild und sollte es der liebe Gott so wollen, werden sie in die ganze Welt getragen.

„FRIEDEN IST DIE KUNST ZU LEBEN, LEBEN IST DEINE KUNST“